Up to date – Man lernt nie aus

Oktober 27th, 2010 | Tags: , , , , , ,
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Jetzt habe ich mein Studium beendet und stecke mitten im Arbeitsleben. Eine großartige Sache. Endlich wird man auch mal für die harte Arbeit entlohnt, die man macht.

6 Tipps wie man am Ball bleiben kann

Ich habe das große Glück, dass ich in einem Bereich arbeite, den ich mag, der mir Spaß macht und für den ich mich auch nach meinen acht Stunden am Tag interessiere. Dadurch fällt es mir leicht, mich neben dem Pflichtprogramm mit der Materie zu beschäftigen. In der Informatik haben sicherlich viele das Glück in dieser Situation zu sein. Aber sicherlich nicht alle. Mit welcher (man kann es Taktik nennen) Taktik kann man sich dennoch weiter bilden und auf dem Stand der Dinge bleiben. Ich denke die folgenden sechs Methoden lassen sich auch auf Leute übertragen, die weniger begeistert für ihr Themengebiet sind.

1. Neugierig bleiben

Vieles eigne ich mir durch einfache Neugierde an. Ich sehe eine gut umgesetzte Website und will wissen, wie das geht.

Meist reicht ein kurzer oder auch längerer Blick in den Quellcode des Projektes (z.B. bei gitHub) oder ich google nach den Techniken. Meist hilft für das Verständnis eine gewisse Grundkenntnis.

2. Durch Begeisterung anstecken lassen

Gleich und gleich gesellt sich gern. In meinem Freundeskreis, der durch das Studium und diverse Jobs gewachsen ist, habe ich einige Leute, die die gleiche Welle wie ich bereiten. In Gesprächen bekommt man einiges mit. Besonders dann, wenn der Gegenüber beispielsweise eine andere Programmiersprache kann oder Software/ Techniken einsetzt, die man selbst nicht nutzt. Meist redet man dann darüber und lässt sich von der Begeisterung anstecken und will das auch mal ausprobieren. So lernt man schnell voneinander.

3. Nebenprojekte betreiben

Für mich ist das Betreiben von privaten Projekten, immer ein guter Weg um etwas neues zu lernen. Meist stehe ich vor einem Problem und um dieses zu lösen, muss ich mir meinen Weg selbst bahnen und lerne dabei vieles.
Aber nicht nur der Lernefekt ist von großem Vorteil, sondern auch die Vorzeigbarkeit von Projekten. Das hilft sicher bei der nächsten Bewerbung ;).

4. Auf Veranstaltungen gehen

Besonders in der “Netzwelt” gibt es viele Veranstaltungen, die man meist auch kostenfrei besuchen kann. Neben dem Austausch von reinen Informationen in Form von Vorträgen und Präsentationen lässt sich auf diesen Veranstaltungen auch wunderbar Socialn. Das bringt mich dann auch gleich zum nächsten Punkt.
Ja, der Besuch von Veranstaltungen neben der Arbeit ist nicht jederman(n)s Sache. Es wird nicht bezahlt, hält einen von der Familie ab und nicht immer ist etwas Lehrreiches dabei. Also evtl. nichts für Leute ohne Interesse an ihrem Job.

Besonders im Bereich Berlin/ Brandenburg kann ich die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen des Twittwoch.ev empfehlen, der auch in anderen Städten Veranstaltungen anbietet. Immer wieder höre ich nur Gutes von diversen Usergroups, die sich meist ein mal im Monat treffen. Und allen Berlinern und Brandenburgern kann ich berlinwebweek.de stark ans Herz legen. Hier werden Veranstaltungen angekündigt, die aus vielen Bereichen (nicht nur) des Internets kommen.

5. Das Netzwerk vergrößern

Wie schon erwähnt, ist ein gutes Netzwerk sehr wichtig. Nicht nur, um sich, wie unter 2. beschrieben, begeistern zu lassen, sondern auch, um mal über den Tellerrand zu schauen. Ich nutze mein Netzwerk nicht nur um mit anderen in Kontakt zu kommen, sondern auch um zu sehen, was andere gerade so machen. Viele Projekte an denen “Bekannte” arbeiten klingen spannend und reizen einen zum Mitmachen oder zum Hinterfragen. Auch ist das Feedback welches man durch ein “fachliches Netzwerk” bekommt unbezahlbar. Und wenn man mal doch eine Frage hat, “werden sie da schnell geholfen”.

Besonders für Designer würde ich im Moment Forrst empfehlen.

Kommen wir jetzt zu den etwas anstrengenderen und meiner Meinung nach auch langwierigeren Prozess des Selbststudiums.

6. Literatur und Co.

Viele nutzen immer noch Offline-Medien wie Bücher oder Zeitschriften, um sich auf dem Laufenden zu halten. Ich halte es lieber so, dass Bücher gut sind, um sich Grundlagen beizubringen, besonders um neue Progammiersprachen zu lernen. Für alles andere halte ich es eher so, dass geschriebene (im Sinne von verlegt und veröffentlicht) Dinge eh schon veraltet sind. Wenn ich mir anschaue, wie lange einige Artikel benötigen, um durch den ganzen Review Process zu gelangen und dann immer noch nicht veröffentlicht werden.

Ich schwöre eher auf digitale Medien wie Blogs und Foren.
Gut, die Gefahr besteht dabei natürlich, dass man auf gefährliches Halbwissen reinfällt. Doch in Sachen Aktualität macht kein Printmedium einem guten Blog etwas vor. Dabei steige ich immer mehr von den kleinen privat geführten Blogs auf die großen Blogs um, hinter denen einfach mehr Manpower steckt und die Qualität für mich stimmt.

Und wer keine 100 Blogs im Feadreader haben will, um dann viel Nutzloses zugesendet zu bekommen, kann natürlich viele vorausgewählte Artikel bei (z.B.) Twitter finden. Viele Nutzer veröffentlichen ihre gerade gelesenen und empfehlenswerten Artikel dort. Empfehlenswert ist neben meinem Account auch wpSEO, besonders für Webentwickler.

Aber auch das Mitlesen und Mitdenken in Foren ist aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Punkt, der nicht vernachlässigt werden sollte. Ein sehr gutes Forum, welches sich durch hohe Qualität und vielen Fachbesuchern hervorhebt, ist stackoverflow.com.

Und wer wie ich auf Arbeit nur wenig Zeit hat, alles gleich zu lesen, dem kann ich nur Read it Later empfehlen. Dank der Offline-Funktion der iPhone App lese ich das Meiste jetzt auf dem Weg von und zur Arbeit in der U-Bahn.

Und die anderen Sachen?

Natürlich da gibt es auch ein paar mehr Wege, doch die schließe ich für mich aus, da sie meist mit Geld (Schulungen) oder viel Zeit (Praktika) verbunden sind.

Und bei euch?

Haltet ihr euch auf dem Laufenden oder seid ihr das Laufende? Welche Quellen nutzt ihr, welche Medien sind besser? Was habe ich vergessen? Gebt doch eure Tipps in den Kommentaren ab.

Fotos:
cc sa-by See-ming Lee 李思明 SML

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  1. Oktober 28th, 2010 at 09:40

    Kann ich genau so unterschreiben! “Neugierig bleiben” ist dabei ein gutes Stichwort. Ich habe aber das Gefühl, dass diese Neugier eher angeboren ist — entweder man hat sie oder eben nicht. Ich kenne so einige, die an alle Sachen mit einer Egal-Haltung rangehen, dass es schon fast nicht zum Aushalten ist.

  2. Oktober 28th, 2010 at 09:43

    @André Wendt
    Da hast du Recht. Es mag nicht unbedingt der ultimative Tipp für Leute sein, die sich in ihrer Tätigkeit nicht wohl fühlen. Aber für Leute mit Interesse auf jeden Fall super. Ein sehr großes Hilfswerkzeug dabei ist für mich das Firefox (und mitlerweile auch Chrome) Plugin Firebug.

  3. Januar 2nd, 2011 at 23:07

    Punkt 3 unterschreibe ich sofort. Nur durch Nebenprojekte kam ich zu meinem jetzigen Job und bin extrem zurieden. Man könnte sagen ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht :)

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