Das Problem mit den Blogkommentaren

September 28th, 2010 | Tags: , , , ,
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Kommentare in Blogs

Bild by-sa von Robert Thivierge

Dass wir Blogger fast ständig mit einem Fuß im Knast oder zumindest vor Gericht stehen, ist wohl bekannt. Im Internet häufen sich die Berichte über Blogger, die aus mal mehr und mal weniger nachvollziehbaren Gründen abgemahnt wurden. Ich möchte nicht verhehlen, dass es manche Blogger gibt, die wirklich sehr unbedacht an die ganze Sache heran gehen. Für die Urheberrecht scheinbar ein Fremdwort ist. Andererseits gibt es auch viele Anwälte, die das Recht auf Zitate im Studium nicht hatten. Anyway. Ich bin kein Jurist und kann auch keine qualifizierten Aussagen darüber treffen, was Recht und was Unfug ist.

Was ich aber weiß, ist, dass ich keine Lust habe, viel Geld für eine Abmahnung zu bezahlen. Also bemühe ich mich alles zu umschiffen, was mich in diese Lage bringen könnte.

  • Ich überlege mir drei Mal worüber ich blogge.
  • Ich nutze nur Bilder, die mit den Creative Commons versehen sind.
  • Ich schalte alle meine Kommentare per Hand frei.

Ja genau, ich schalte alle meine Kommentare erst frei, wenn ich sie gesehen habe.
Ich lasse Kommentare nicht mehr vom System aktivieren.

*Welche Wege gibt es*
“Normalerweise” bietet die Blogsoftware ja diverse Möglichkeiten mit der Veröffentlichung von Kommentaren umzugehen.

  • Entweder einfach alles rausballern, was meist dazu führt, dass auch Spam munter veröffentlicht wird.
  • Der erste Kommentar muss freigegeben werden. Alle weiteren (von der E-Mail-Adresse abhängig) werden automatisch freigegeben.
  • Diverse Automatismen. Nur nicht freischalten wenn (keine vorher ausgewählten Wörter im Inhalt stehen | nicht mehr als auf X URLs verwiesen wird | die IP nicht blockiert wird | der Spamfilter nicht anspringt) .
  • Keinen Kommentar freigeben bis ihn jemand per Hand zulässt.

Es kam in letzter Zeit (dieses Jahr erinnere ich mich an mehrere solcher Fälle) immer wieder vor, dass Blogbetreiber dafür abgemahnt wurden, was die Besucher in ihren Kommentaren geschrieben haben. Dieses Risiko möchte ich nicht eingehen. Auch wenn jemand die ersten X Kommentare vernünftig schreibt, kann es doch bei dem X+einten Kommentar zu Ausrutschern kommen. Das muss ja nicht immer Absicht sein, ab und an brennen die Emotionen eben durch.

Nach all den Vorteilen, die ich durch diesen (neumodisch genannt) Workflow habe, sehe ich aber auch die Nachteile deutlich.
Sei es die Entäuschung des Kommentators, das seine wichtige Ergänzung zu einem Thema einfach nicht auftaucht, weil der Blogbetreiber gerade nicht am PC ist.
Oder die quälende Frage, ob man wirklich der erste Kommentator war (Okay, meist kann man auf solche Kommentare auch verzichten).
Aber auch sinnvolle Probleme stehen an. Beispielsweise könnte es passieren, dass mehrere Personen das gleiche als Kommentar hinterlassen wollen. Dies kann dann zu Überlagerungen führen und auch den Diskusionsfluss unterbrechen.

Doch so lange ich keine für mich sichere und praktikable Lösung finde und kenne, bleibe ich dabei.
Generell würde ich jedem Blogger, der mal längere Zeit abwesend ist, das automatische Veröffentlichen von Kommentaren zu unterbinden.

Ich hoffe, ich konnte ein paar Gedankenanregungen liefern. Mit welchen Maßnahmen schützt ihr euch vor Abmahnungen (jeder Art)? Das würde sicher nicht nur mich interessieren. Schreibt es einfach als Kommentar (den ich dann schnellstmöglich freischalte).

Und hier noch etwas zum Schmunzeln:
Die schönste Abmahnung, die ich je gesehen habe, kann man auf netzpanorama.de noch einmal nachlesen. Ich sage nur: Abmahnung wegen unerlaubter Verwendung des Firmenlogos und ein super eingestellter Adblocker.

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  1. September 28th, 2010 at 13:21

    Bildernutzung, die nur mit CC versehen sind. Naiv! Da gibt es mittlerweile auch schon das Geschäftsmodell, ich stelle meine Fotos nach CC online, switche später zu nicht mehr CC – und mahne dann ab. ;-)

  2. September 28th, 2010 at 13:24

    @creezy
    Ein durchaus gerechtfertigte Anmerkung.
    Wie löst du dieses Problem?
    Also ich speicher mir immer noch einen Screenshot wo die CC Infos mit drin stecken.

    Aber das ist nicht das einzige Problem. Viel größer ist das Problem wie ich finde, dass man eigentlich erst nachprüfen müsste ob die Person, die das Bild online stellte auch der Urheber ist und somit das Recht hat das Bild unter die CCs zu stellen.

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